Auch
wenn zunächst nicht geplant ist, eine Anzeige zu erstatten, ist die
Dokumentation von möglichen Beweismitteln und eine Spurensicherung sinnvoll,
damit, wenn gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt eine Strafverfolgung
in die Wege geleitet wird, Spuren nicht verloren gegangen sind. Die seelische
Belastung, die mit einer Anzeige verbunden ist, ist sehr groß. Deshalb
ist die rechtliche Beratung davor sehr wichtig, um zu einer besseren Einschätzung
zu kommen, welcher Weg der richtige ist. Folgende Stichpunkte sind für
eine Spurensicherung wichtig:
- ärztliches Attest zum allgemeinen Zustand einholen (sichtbare Verletzungen
genau beschreiben und fotographieren, Schmerzen festhalten, Schock attestieren
lassen)
- Zustand der Kleidung sicherstellen (Kleidung trocken einzeln in Plastiktüten
verpacken und aufbewahren)
- sofort fachärztliche Untersuchung durchführen lassen (auch bei
kleinen Mädchen/Jungen), dort die weitere Sicherstellung von möglichen
Spuren nachfragen (Spermaspuren, Epithelzellen, Abstriche etc.)
- ärztliches Attest zu psychischem Zustand (kann auch Tage später
bei verzögertem Eintritt von Schockreaktionen verfasst werden)
Informieren Sie sich genau über Kriterien der Spurensicherung!